Gute Resonanz beim Benefizkonzert der Chopin-Gesellschaft

Zu einem Benefiz-Konzert zugunsten der Rettung des Ehrenmals lud die Chopin-Gesellschaft Taunus am 10. Mai 2013 in die Oberurseler Stadthalle ein. Die künstlerische Leiterin Ilse Schwarz-Schiller konnte für diese Veranstaltung das Klavierduo Barbara Schmidt und Marcus Schwarz aus Nordhessen gewinnen, das Klaviermusik zu 4 Händen aus Österreich, Frankreich und Nordamerika präsentierte. Gespielt wurden Werke von Anton Bruckner, Franz Schubert, Samuel Barber und Claude Debussy. Die Resonanz war erfreulich. Trotz des Brückentages zwischen Feiertag und Wochenende fanden sich rund 150 Zuhörer ein. Das Konzert brachte einen Spendenertrag von 2.335,00 Euro.

Aus organisatorischen Gründen wurde das Benefizkonzert in die Stadthalle Oberursel verlegt. Ursprünglich war es in der Christuskirche geplant, da das Ehrenmal neben der Kirche steht. Der Eintritt war frei. Um Spenden wurde gebeten.
In der „Taunus-Zeitung“ stand am 13. Mai folgende Rezension von Ulrich Boller:
Elegante Melodien lebendig zum Klingen gebracht

Auf erfreulich gute Resonanz stieß die Einladung der Chopin-Gesellschaft Taunus zum Benefizkonzert für das Ehrenmal an der Christuskirche. Das Klavierduo Barbara Schmidt und Marcus Schwarz bot in der Stadthalle vierhändiges Repertoire aus verschiedenen Epochen.
Oberursel. 

Seine Eindrücke von einer Europareise waren für Samuel Barber offensichtlich mehr als bloße „Mitbringsel“. Nicht weniger als vier unterschiedliche Fassungen hatte er von der kleinen Suite aus fünf Tanzsätzen angefertigt. Darunter eine für Klavier zu vier Händen, mit denen das Klavierduo Barbara Schmidt und Marcus Schwarz das Benefizkonzert der Chopin-Gesellschaft Taunus zugunsten des Ehrenmals an der Christuskirche abschloss. In gut aufeinander abgestimmtem Spiel hatten beide Pianisten die eleganten Melodien lebendig zum Klingen gebracht.

Zusammen mit Anton Bruckners Quadrille E-Dur als heiter beschwingtem Einstieg ergab sich ein tänzerischer Rahmen für die gewichtigeren Beiträge des Mittelteils. Den Charakter experimentierender Suche trägt die B-Dur-Sonate des 21-jährigen Franz Schubert. Nach virtuoser Auftaktgeste führt der Weg der drei im Tempo stark einander angenäherten Sätze in ungeahnte Tiefen. Ein Weg, den Schmidt und Schwarz unaufgeregt, ruhig und ausgeglichen nachzeichneten. Dabei wurde nicht zuletzt der Einfluss der Melodiesprache Schuberts auf Bruckner deutlich.
Gemälde Antoine Watteaus inspirierten Paul Verlaine zu Gedichten, die wiederum Claude Debussy zur Petite Suite anregten. Die Verwandlung von Bildkunst in Sprachkunst und von Sprachkunst in Tonkunst, die Marcus Schwarz erläuterte, vertiefte das Verständnis der Zuhörer für den zauberhaften vierteiligen Zyklus.
Merklich unbefangener ging es dagegen in der 1918 entstandenen Sonata Francis Poulencs zu. Frisch, munter und spielerisch greift der 19 Jahre alte Komponist die Stile Strawinskys, Saties und Chabriers auf, integrierend und distanzierend zugleich. Ein Satz aus Gabriel Faurés Dolly Suite gab es als Zugabe, die ebenso wie das Vorangegangene beim Publikum Gefallen fand.

Um das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs an der Christuskirche fertig restaurieren zu können, fehlen nach den Worten von Stadtverordnetenvorsteher Dr. Christoph Müllerleile (OBG) noch rund 10 000 Euro. Diese Summe im Lauf des Jahres aus Spenden zusammenzubekommen, zeigte sich der Koordinator der Initiative „Rettet das Ehrenmal“ jedoch zuversichtlich.
Der Chopin-Gesellschaft und deren Ehrenpräsidentin Ilse Schwarz-Schiller dankte Müllerleile für die Initiative zu der Soiree.

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