Ehrenmal-Restaurierung noch 700 Stunden Arbeit

Wenn Restaurator Matthias Steyer das Ehrenmal noch in diesem Jahr restaurieren will, muss er sich dranhalten. Die 700 Stunden, die er noch für die Reparatur des Mosaiks und dessen Wiederanbringung an der Säule veranschlagt, müssen auf mehrere Arbeitskräfte verteilt werden. Der Auftrag der Stadt, die Restaurierung des Ehrenmals nun endlich zu Ende zu bringen, ergeht in diesen Tagen.

Anlass für die erneute Verzögerung der Fertigstellung sind Nachforderungen des Restaurators gegenüber dem ursprünglich von ihm geforderten Betrag. Die Zusatzkosten verschlingen den Rest der eingegangenen Spenden und Zuschüsse. Die Restmittel müssen von der Ursella-Stiftung und aus dem städtischen Haushalts aufgebracht werden.
Im Zuge der Restaurierungsarbeiten hat Steyer festgestellt, dass der Auftrag fast doppelt so viele Arbeitsstunden von Fachrestauratoren und -gehilfen beanspruchen wird wie ursprünglich veranschlagt. Daran seien sowohl der unterschätzte Aufwand für die passgenaue Rundung der Platten als auch für die Ablösung der Mosaikschicht von der bisher tragenden Zementschicht schuld. Besonders zu schaffen machten hier frühere Restaurierungsversuche mit Epoxidharz, mit dem die Mosaike an vielen Stellen verklebt wurden.
Zwei Drittel des Mosaiks, die am stärksten betroffenen Teile, werden zunächst in der Werkstatt des Restaurators im Niedernhausener Gewerbegebiet wiederhergestellt und dann geschlossen an der Säule neben der Christuskirche angebracht.
Noch nicht betroffen von der Restaurierung ist das Postament mit den Namen der Gefallenen. Da es nicht gefährdet war, wurde die Bearbeitung der zum Teil verwitterten Namenszüge zurückgestellt. Veranschlagt werden von Steyer hier Kosten von 10.000 Euro.

Werkstatt Steyer Niedernhausen

Blick in die Werkstatt von Matthias Steyer im Juli dieses Jahres. Der Restaurator mit einem schwer beschädigten Teil der Säule, an dessen Wiederherstellung intensiv gearbeitet wird. Fotos: Müllerleile

Werkstatt Steyer Niedernhausen

Stein für Stein muss das Mosaik von der dicken Zementschicht befreit werden, mit dem es auf der Ehrenmalsäule angebracht war.

Lesen Sie auch den Artikel „Ehrenmal: Noch fehlen 35 000 Euro“ in der Taunus Zeitung vom 04.09.2013.